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Diskussion um Zuständigkeit der Wasserrettung

14. Juli 2015

Sylt –

„Es ist wirklich frustrierend und wir sind maßlos enttäuscht“, sagt Karl-Heinz Kroll, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur  Entscheidung des Feuerschutzausschusses auf seiner Sitzung  vergangene Woche.  Die DRK-Wasserrettung rechne seit 2014  fest mit 65000 Euro  für die Anschaffung von diversem Zubehör, unter anderem ein Schlauchboot, Rettungsbrett, Rettungs- und Schwimmweste und Seefunkgeräte.

Nun aber hat die Politik zum zweiten Mal   mit 7:3 Stimmen abgelehnt, dem DRK die Mittel auszuzahlen.

Zum Hintergrund: Lange schwelte auf der Insel die Diskussion um  die Zuständigkeit für die Wasserrettung, bis schließlich  zu Beginn dieses Jahres auf Initiative von Petra Reiber die  Wasserwachtgruppe Sylt des DRK mit allen Aufgaben im küstennahen Bereich beauftragt wurde. Die Mitbewerber um die Wasserrettung (Freiwillige Feuerwehr Westerland und das freiwillige Rettungscorps) sowie einige Gemeindepolitiker fühlten sich überrannt, da die Entscheidung zugunsten des DRK aus ihrer Sicht  nicht von der Politik, sondern von der Verwaltung getroffen worden sei (wir berichteten).

Gerd Nielsen, Fraktionsvorsitzender der Sylter SPD,  hat  in der Sitzung mit seiner Partei gegen die Bereitstellung des Geldes gestimmt.  Dass das Thema überhaupt auf der Tagesordnung stand, ärgert den Politiker. „2017 soll mit der Novellierung des Rettungsdienstgesetzes entschieden werden, ob das Land, der Kreis  oder die Gemeinde die Zuständigkeit der Wasserrettung übernimmt“, erklärt Nielsen, „ und es gibt einen klaren Beschluss, dass wir diese neue Gesetzgebung abwarten.“ Gegen eine Bereitstellung des Geldes stimmte auch Peter Erichsen  (SSW): „Das DRK hat offiziell von der Gemeinde keinen Auftrag bekommen“, sagt er verärgert, „die Verwaltung hat das auf den Weg gebracht.“ Daher stehe dem DRK das Geld auch noch nicht zu. „Wenn das Land ihnen 2017 offiziell den Auftrag erteilt, dann können sie es ja kriegen.“

Kroll und seine Kollegen fehlt nun die  finanzielle Unterstützung, mit der sie fest gerechnet haben. Vor allem aber  vermissen sie die Wertschätzung ihrer Arbeit durch die Gemeinde. „Der Punkt ist, dass uns das Geld von der Verwaltung fest in Aussicht gestellt wurde“, sagt der DRK–Chef. „Es ist  provokant, was die Politik da mit uns  macht. Hier wird etwas billigend in Kauf genommen, das der Sache absolut nicht dienlich ist. Und das frustriert uns sehr.“  Hier wundert  Gerd Nielsen das Vorgehen  der Verwaltung: „Frau Reiber kann nicht einfach die Mittel der Gemeinde zur Verfügung stellen“, sagt Nielsen, „das war kein guter Stil, so sollte man nicht miteinander arbeiten.“

Die CDU-Fraktion dagegen ist von der Entscheidung im Feuerschutzausschuss  enttäuscht. Die drei Partei-Vertreter stimmten für die Bereitstellung des Geldes. „Es ist zwar eine Tatsache, dass ein neues Gesetz aus Kiel erwartet wird“, sagt Peter Schnittgard (CDU), „da dies aber erst für 2017 erwartet ist  und das DRK bereits einiges geleistet hat und auch weiterhin leisten wird, ist es für uns unverständlich, ihnen das Geld nicht zur Verfügung zu stellen.“

Das notwendige Zubehör, für das der Zuschuss der 65000 Euro gedacht war, wurde vom DRK trotzdem angeschafft und aus eigener Tasche bezahlt. „Wir mussten Geld für andere Bereiche dafür zurückstellen“, sagt Kroll, „daher wäre die Bereitstellung des Geldes aus der Gemeinde  ein wichtiger Betrag für unsere Kasse gewesen.“