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Preise an den Küsten und auf den Inseln explodieren

8. Oktober 2015

Sylt/

Wer   ein Haus   an Nord- oder Ostsee besitzt, hat  in den vergangenen vier Jahren  ein glänzendes Geschäft gemacht.  Die Preise an den Küsten     und auf den Inseln explodieren, wie  der   gestern vorgestellte Immobilienatlas   der  Landesbausparkasse   (LBS) zeigt. Sylt ist  zwar   immer noch mit Abstand das teuerste Pflaster. Aber     während      dort  die  Preisdynamik   stark   abflacht, sind die Preise  etwa auf der Nachbarinsel Amrum   seit 2011  um satte   58 Prozent gestiegen. Für Einfamilienhäuser zahlt man dort   im  Schnitt 5700 Euro pro  Quadratmeter.    Für St.Peter-Ording    berechneten die   Immobilienfachleute einen Anstieg  um  47 Prozent seit 2011,   für  Föhr   um  41 Prozent.

Aber  nicht     nur auf den  nordfriesischen Inseln    machen Verkäufer  derzeit das große Geschäft.   Auch     an den   Gemeinden an der Ostsee     geht der Boom nicht vorbei.  So  stiegen   in  Timmendorfer Strand die Preise  in den vergangen vier  Jahren  um 41 Prozent, um 29 Prozent im nahen Scharbeutz und um 40 Prozent in Travemünde an. „Insgesamt  sind Wohnungen  und Häuser an der Nordseeküste    im Schnitt    immer  noch deutlich teurer  – aber die Ostseeküste holt kräftig auf“,    berichtet LBS-Chef Peter  Magel.      Je mehr  Gästebetten   es   pro Einwohner    in  einer  Gemeinde   gibt,  um so  höher seien die    Preissteigerungen.

Die   Daten von 7000  Immobilientransaktionen der LBS   zeigen außerdem, dass  Käufer zunehmend in der Nachbarschaft  günstigere Alternativen zu   den  Toplagen suchen – sichtbar   etwa  in der  Region um Niebüll. Hier stiegen die Hauspreise um    knapp 17 Prozent,   nicht   zuletzt  wegen der Syltpendler. Auch  die Gemeinde Langballig  an der Ostsee profitiert  vom   Preisboom in  der Nachbargemeinde Glücksburg. „Dieser  sogenannte Überlaufeffekt  ist allerdings  kein Selbstgänger:   Wichtig ist, dass auch die Infrastruktur stimmt“,  sagt    Magel.

Nach LBS-Einschätzung werden Immobilien am Wasser oder in Wassernähe auch in den nächsten Jahren stark begehrt bleiben.  Trotzdem lasse sich der Spruch „Wohnen, wo andere  Urlaub machen“   in Schleswig-Holstein für Normalverdiener  auch künftig  verwirklichen, sofern man   abseits   angesagter Ferienorte    suche.

Generell ist nach Einschätzung von Magel  das steigende Preisniveau zu einem guten Teil den historisch niedrigen Zinsen geschuldet. „Freies Geld fließt in Betongold.“  Wobei das Angebot insgesamt   relativ  knapp sei: „Viele   behalten   ihre Immobilie,  weil sie  nicht wissen,     wohin mit dem Verkaufserlös“ , begründet er die Zurückhaltung. Auf  dem Sparkonto werfe das Geld   wegen der  Niedrigzinspolitik  nichts ab,  wohl aber, wenn  es in Beton und Steine  gesteckt  werde.   Wie immer    beim Immobilienerwerb  spielten die Infrastruktur  vor Ort,  die  Nachbarschaft im Viertel  und die Verkehrsanbindung  eine entscheidende Rolle für die Preisentwicklung.

Quelle: Sylter Rundschau  http://www.shz.de/schleswig-holstein/wirtschaft/immobilienatlas-sh-wohnen-mit-meerblick-an-nord-und-ostsee-immer-teurer-id10889406.html