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Harley Davidson Summertime – Geliebt und verhasst

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Harley Davidson Summertime - Geliebt und verhasst

Die Harley-Davidson Summertime Party auf Sylt ist ein alljährliches Highlight für Motorrad-Enthusiasten und Harley-Fans. Doch die Begeisterung hält sich auf der Insel in Grenzen. Warum, erfahrt ihr am Ende des Videos.

Dieses Jahr feierte die Veranstaltung ihr 25-jähriges Jubiläum und trotz des heftigen Regens am Samstag ließen sich die Teilnehmer die Freude nicht nehmen. Die Biker, unbeirrt vom „flüssigen Sonnenschein“, genossen die Fahrt über die Insel und zeigten, dass Harley-Davidson für Freiheit, Lebensfreude und Lebendigkeit steht. Wenn man es sich leisten kann. Denn eine Harley kostet, nimmt man die 750er raus, rund 15.000 Euro.

Ein Gefühl von Freiheit und Gemeinschaft

Das Event auf der Insel verbindet Motorradfahren mit Lifestyle, Freundschaft und Geschichte. Organisiert wurde die Summertime 2024 vom Sylt-Chapter in enger Zusammenarbeit mit der Polizei und den Ordnungsbehörden der Gemeinde Sylt. Die Organisation nötigt Respekt ab. So blieben auch in diesem Jahr schwere Unfälle oder Ähnliches aus.

Der Donnerstag stand im Zeichen der Anreise. Die Welcome Night war quasi die Eröffnungsfeier. Am Freitag startete der Tag traditionell beim Harley-Dealer Michael Knote in der Elisabethstraße in Westerland. Diese wurde zur Mainstreet erkoren und zum Treffpunkt der Biker, die nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ auf- und abfuhren. Die große Bikerparty im neuen Kursaal bildete abends den stimmungsvollen Abschluss des Tages.

Am Samstag folgte der Höhepunkt der Veranstaltung: Die Aufstellung der Harleys auf der Westerländer Kurpromenade ab 9.30 Uhr. Musik, begeisterte Zuschauer und das Geknatter der Motorräder sorgen für eine eindrucksvolle Kulisse. Der anschließende Korso über die Insel mit Stopps an verschiedenen Orten endete immer in Wenningstedt.

Presslufthammer auf zwei Reifen

Doch nicht alle auf Sylt sind begeistert vom Motorradtreffen. Die lauten Motorräder, deren Geräuschpegel bei der großen Ausfahrt am Samstagmittag in Westerland, am Strand und entlang der Kurpromenade 90 bis 110 Dezibel erreicht, sorgen für Unmut bei Anwohnern und Passanten.

Der Lärm ist vergleichbar mit einem Presslufthammer und kann Ohrenschmerzen und Gehörschäden verursachen. Für vier Tage im Jahr müssen die Sylter einen Lärmteppich ertragen, der zusätzlich durch einige Motorräder verstärkt wird, die offenbar ein wenig lauter sind, als es eigentlich erlaubt ist. Denn die Harleys sind natürlich für ihren blubbernden Sound bekannt, der beim Gasgeben in einen Geräuschpegel wechselt, der den Bikern ein Glänzen in die Augen zaubert.

Messungen in Hamburg haben ergeben, dass sich die Belastung durch Feinstaub während der Parade vervierfacht. Viele fragen sich, warum ein solches Treffen auf einer Insel stattfindet, deren Straßen nicht für Motorradparaden ausgelegt sind und deren Bewohner von den lauten Maschinen alles andere als begeistert sind. Von Haus- und Wildtieren ganz zu schweigen. Man erinnere sich daran, dass das Kitesurfen auf der Ostseite aus Gründen des Naturschutzes verboten ist.

Unser Fazit

Die Harley-Davidson Summertime Party auf Sylt bleibt ein umstrittenes Ereignis. Für die Harley-Fans und viele Gäste ist es ein Fest der Freiheit und Lebensfreude, während die Einwohner der Insel den Lärm und die Umweltauswirkungen zum größten Teil kritisch sehen. Derweil fahren viele Fahrzeuge von der Insel, auf deren Anhängern ein oder zwei Harleys thronen, was zu reichlich Spott sorgt. Denn das wilde Bikerleben endet am Sonntagabend für die meisten der angereisten Harley-Fans.

So unterschiedlich die Meinungen auch sein mögen, die Summertime Party wird wohl ein fester Bestandteil des Sylter Veranstaltungskalenders bleiben. Da bleibt den Insulanern nur die Flucht aufs Festland.

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