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Nielsens Kaffeegarten – Abriss beginnt

15. Juli 2015

Keitum

Sechs lange Jahre hat es gedauert, zahlreiche B-Plan-Änderungen gingen über Behördentische und durch Ausschuss-Sitzungen, wurden diskutiert, verworfen, neu formuliert. Nun aber ist es so weit: Anfang dieser Woche sind Bauarbeiter und Bagger angerückt zu Nielsens Kaffeegarten am Keitumer Kliff. Abgerissen werden in den nächsten Tagen der flache weiße Anbau aus den 1970er Jahren, in dem sich früher der Haupteingang zu Café und Bäckerei sowie die großen Gasträume befanden und das kleine Häuschen auf der Terrassenseite zur Wattseite. Bereits vollständig entfernt sind die Anbauten im Innenhof, in denen sich die Backstube und Lagerräume befanden.

Der seit zirka  250 Jahren historisch immer weiter gewachsene Komplex wird also wieder  auf seine beiden Kerngebäude reduziert:  das dreigeschossige rotgeklinkerte Gebäude aus der Gründerzeit und das historische Friesenhaus, in dem sich Pius’ Weinwirtschaft befindet. „Ich bin heilfroh, dass es endlich losgeht“, sagt Jens Nielsen, der bereits frühmorgens mitten im Abriss-Staub steht und mit dem Handy letzte Fotos macht. „Das jahrelange Warten, die große Ungewissheit, ob und wie es weitergeht – das ging mir und meiner Familie schon gehörig an die Nerven. Ja, das kratzte regelrecht an der Substanz und an der Gesundheit.“

Die immer wieder geänderten Pläne für den Umbau des Kaffeegartens und auch für die Errichtung eines neuen Wohnhauses auf dem Grundstück würden jetzt allen Forderungen vom Kreis, der Denkmalschutzbehörde und des Sylter Bauamtes entsprechen, sagt Eigentümer Nielsen. Ein Bauträger sei auch gefunden und sobald die endgültige Baugenehmigung vorliegt – „mit der Abrisserlaubnis ging es ja zum Glück schneller“ – könnten auch die Bauarbeiten beginnen.

Zu dem Wohngebäude  möchte sich Nielsen noch nicht im Detail äußern. „Nur so viel:  Es wird sich in einer Flucht entlang des Kliffs an das zurückgebaute Haupthaus anschließen und nicht, wie früher geplant, einzeln auf dem Parkplatz stehen.“ Dadurch gebe es allerdings keinen gesonderten Weg an Pius vorbei zum Wattenmeer. Zu den Plänen für seinen Kaffeegarten zeigte sich Nielsen auskunftsfreudiger: „Wir werden zur Terrasse hin und um die Ecke Richtung ehemalige Backstube viel mit Glas gestalten. Alles wird transparenter, offener und gibt den Blick frei auf die historische Architektur.“ Der neue Eingang zum Café und zur Bäckerei  von der Dorfseite aus wird dort sein, wo sich früher der Hof und die Garagen befanden, auf der Rückseite von Pius. Aber auch für Wanderer auf der Uferseite gibt es einen Zugang: „Die Treppe am Kliff hinauf zur Terrasse bleibt erhalten“, sagt Nielsen. „Wir sind also wie früher von beiden Seiten aus zu erreichen.“ Im Innern soll das Haupthaus vom Keller bis zum Dachboden komplett saniert werden. Die Backstube wird modernisiert und befindet sich künftig im Untergeschoss. Auch die Sanitäranlagen werden behindertengerecht umgebaut.

Vom Tisch sei auch der leidige Streit mit den Betreibern von Pius’ Weinwirtschaft, betont Jens Nielsen. „Die neuen architektonischen Lösungen ermöglichen ein gutnachbarschaftliches Miteinander, auf das ich mich sehr freue.“

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